Wissenschaftliches Gutachten zerlegt Scharlatan: Drostens PCR-Tests völlig untauglich

Wissenschaftliches Gutachten zerlegt Scharlatan: Drostens PCR-Tests völlig untauglich

Christian Drosten gerät immer weiter unter Druck. Jetzt hat ein Team aus Wissenschaftlern den von Drosten so heiß geliebten PCR-Test unter die Lupe genommen und ein vernichtendes Urteil gefällt. Das Eis für den RKI-Scharlatan wird immer dünner.

von Boris Reitschuster

Jetzt könnte es eng werden für Professor Christian Drosten und seinen PCR-Test: 22 angesehene internationale Wissenschaftler haben die maßgeblich unter seinem Mitwirken zustande gekommene Corman-Studie unter die Lupe genommen. Diese Studie war entscheidend dafür, dass die heute gängigen SARS-CoV-2-PCR-Tests durchgesetzt wurden. Die 22 Gutachter (darunter Prof. Dr. Ulrike Kämmerer, Virologin und Immunologin an der Universität Würzburg) fällen ein geradezu vernichtendes Urteil und haben deswegen am 27. November 2020 einen Antrag auf Rückzug der Studie beim Journal Eurosurveillance eingereicht.

Ihrer Ansicht nach enthält die Corman- bzw. Drosten-Studie zehn schwerwiegende wissenschaftliche Fehler. Ihr Fazit: „Angesichts der hier vorgestellten wissenschaftlichen und methodischen Mängel sind wir zuversichtlich, dass die Redaktion von Eurosurveillance keine andere Wahl hat, als die Veröffentlichung zurückzuziehen.“ Und: „In Anbetracht unserer erneuten Prüfung des im Corman-Drosten-Papier beschriebenen Testprotokolls zur Identifizierung von SARS-CoV-2 haben wir Fehler und inhärente Irrtümer festgestellt, die den SARS-CoV-2-PCR-Test unbrauchbar machen.“

Das neue Gutachten ist politisch höchst brisant: Die PCR-Tests nach der Corman-Drosten-Studie sind die Grundlage für die Fallzahlen und damit auch für die Corona-Maßnahmen. Wenn diese PCR-Tests sich als unzuverlässig herausstellen, wäre die gesamte Corona-Politik auf einer Fehleinschätzung aufgebaut. Eine solche Erkenntnis könnte zu massiven politischen Verwerfungen führen. Der Widerstand gegen Zweifel an Drostens Test wird deshalb wohl enorm sein.

Zahlreiche Aha-Momente

Besonders pikant ist ein möglicher Interessenkonflikt bei der Studie. Wissenschaftliche Studien müssen, damit sie wirklich etwas gelten, einem so genannten „Review-Prozess“ unterworfen werden, also einer Prüfung. Im Falle der Drosten-Studie erschien diese in einem Magazin, bei dem er selbst zum Gremium der Herausgeber gehört.

Die 22 Wissenschaftler zweifeln die Prüfung an und bemängeln, dass Verbindungen von Autoren der Studie zu Firmen, die Tests herstellen, nicht offengelegt werden. Das neue Gutachten liest sich wie ein Krimi – wenn man durch die wissenschaftliche Sprache durchdringt. Ich habe mich für Sie durchgekämpft und die in meinen Augen wichtigsten Kritikpunkte der 22 Wissenschaftler zusammengefasst und ins Deutsche übersetzt. Schon beim Niederschreiben hatte ich zahlreiche Aha-Momente (für fachliche Hinweise zu möglichen Übersetzungsfehlern etc. bin ich sehr dankbar):

  • Fehlerhafte Primer-Konzentrationen („Primer“ sind quasi die Muster oder „Köder“, mit denen Viren-Bruchstücke im PCR-Test gefunden werden): Die Basen sind ungünstig zusammengesetzt, der GC-Gehalt ist zu niedrig, die Konzentrationen im Test zu hoch. Zitat: „Es gibt keinen spezifizierten Grund, diese extrem hohen Primerkonzentrationen in diesem Protokoll zu verwenden. Diese Konzentrationen führen vielmehr zu einer erhöhten unspezifischen Bindung und PCR-Produktamplifikation.“
  • „Die Designvariationen führen unweigerlich zu Ergebnissen, die nicht einmal mit SARS-CoV-2 zusammenhängen. Daher ist die verwirrende unspezifische Beschreibung im Corman-Drosten-Papier nicht als Standard-Betriebsprotokoll geeignet. Diese nicht spezifizierten Positionen müssten eindeutig entworfen worden sein.“
  • „Folglich wurden in fast allen Testverfahren weltweit anstelle von allen drei lediglich zwei Primer-Übereinstimmungen verwendet. Dieses Versehen macht das gesamte Testprotokoll unbrauchbar, um bei einer anhaltenden Pandemie genaue Testergebnisse von wirklicher Bedeutung zu liefern.“
  • „Ein besseres Primerdesign hätte terminale Primer an beiden Enden des viralen Genoms. Dies liegt daran, dass das gesamte virale Genom abgedeckt wäre und drei positive Signale besser zwischen einem vollständigen (und damit potenziell infektiösen) Virus und fragmentierten viralen Genomen (ohne infektiöse Potenz) unterscheiden können.“
  • „Schwerwiegende Designfehler, da der Test nicht zwischen dem gesamten Virus und viralen Fragmenten unterscheiden kann. Der Test kann nicht als Diagnose für SARS-Viren verwendet werden.“
  • Die Anbindungstemperatur ist falsch gewählt: „Dies ist ein sehr schwerwiegender Fehler und macht das Protokoll als spezifisches Diagnosewerkzeug unbrauchbar.“ Es werde eine unspezifische Anbindung gefördert, durch die auch andere Gensequenzen als die von SARS-CoV-2 erfasst werden können.
  • Das Corman-Drosten-Papier gibt eine Anzahl von 45 Zyklen an. Die Anzahl der Zyklen, innerhalb derer es zu einer Reaktion kommen muss, damit der Test als echt positiv gewertet wird (CT-Wert), ist dort nicht definiert. Dazu zitiert das Gegenpapier Erkenntnisse aus einer Studie, wonach bereits bei einem CT-Wert ab 35, also 35 Zyklen, „keine erfolgreiche Virusisolierung von SARS-CoV-2“ mehr möglich ist.
    CT-Werte zwischen 30 und 35 befänden sich in einer Grauzone, in der ein positiver Test nicht mit Sicherheit festgestellt werden kann. Dieser Bereich sollte ausgeschlossen werden, so die Autoren. Aktuell führt er oft zu positivem Befund.

 

Weitere Kritikpunkte in dem Gutachten, die sehr ins Detail und Wissenschaftliche gehen, bemängeln den fehlenden Nachweis einer biomolekularen Validierung, das Fehlen von positiven wie negativen Kontrollen hinsichtlich der Virusdetektion sowie das Fehlen standardisierter Handhabungsanweisungen, einen unpräzisen Versuchsaufbau, der die Gefahr falsch-positiver Ergebnisse mit sich bringt.

 

Weiter heißt es, dass die Zeitspanne zwischen Einreichung und Veröffentlichung der Studie so kurz sei, dass es unwahrscheinlich sei, dass ein ausreichender Peer-Review-Prozess stattgefunden habe. Wenn doch, so sei dieser unzureichend gewesen, weil die aufgezeigten Fehler, einschließlich formaler Fehler, nicht gefunden worden seien.

 

Drosten gerät unter Druck

Besonders pikant: Laut dem neuen Gutachten gibt es massive Interessenkonflikte bei mindestens vier Autoren der Corman-Drosten-Studie, über das Problem hinaus, dass zwei der Autoren (Drosten und Chantal Reusken) zum Gremium der Herausgeber von Eurosurveillance gehören – dem Journal, das die Studie publizierte.

Erst am 29. Juli 2020 wurden zwei Interessenkonflikte offengelegt: Olfert Landt ist Geschäftsführer der TIB Molbiol, Marco Kaiser ist Senior Researcher bei GenExpress und darüber hinaus wissenschaftlicher Berater bei TIB Molbiol. Diese Interessenkonflikte wurden in der ursprünglichen Version der Studie nicht angegeben und fehlen bis heute in der auf PubMed veröffentlichten Version. Dazu heißt es in dem Papier: „TIB-Molbiol ist das Unternehmen, das als „erstes“ PCR-Kits (Light Mix) auf der Grundlage des im Corman-Drosten-Manuskript veröffentlichten Protokolls herstellte und diese PCR-Test-Kits nach eigenen Angaben vor der Veröffentlichung verbreitete.“

 

Weiter steht da: „Victor Corman & Christian Drosten haben ihre zweite Verbindung nicht erwähnt: das kommerzielle Testlabor ‚Labor Berlin‘.“ Beide sind dort für die Virendiagnostik verantwortlich und das Unternehmen ist im Bereich der Echtzeit-PCR-Tests tätig.

Unter den Autoren des neuen Gutachtens sind, neben der Würzburger Professorin Kämmerer, der Molekulargenetiker Pieter Borger, der Ex-Forschungsleiter von Pfizer Michael Yeadon, der Genetiker Kevin McKernan, einer der wichtigsten Impulsgeber des Human Genom Projekts mit mehreren Patenten in der PCR-Diagnostik, der Spezialist für Infektionskrankheiten und Präventionsmedizin Dr. Fabio Franchi sowie der Mikrobiologe und Immunologe Makoto Ohashi.

 

Bereits vor einiger Zeit hatte ein Team von Rechtsanwälten eine Sammelklage gegen Drostens PCR-Tests in den USA eingereicht. Diese dürfte nun neue Nahrung erhalten haben. Erst kürzlich hatte ein portugiesisches Berufungsgericht den PCR-Test als unzuverlässig eingestuft.

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Alexx

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